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Wenn das Alter die Arbeitswelt verändert – Die Arbeitsgruppe für älterwerdende und ruhebedürftige Mitarbeiter in den Werkstätten des CJD Erfurt

24.01.2018 CJD Erfurt « zur Übersicht

Es ist kein neuer Fakt, aber ein immer wieder in den Mittelpunkt drängender: Der demografische Wandel verändert die Arbeitswelt. Denn mit wachsendem Alter ändert sich die Belastbarkeit der Mitarbeiter. Einige fordern mehr Ruhe oder benötigen mehr Zeit für ihre Aufgaben, wiederum andere sind nicht mehr im gleichen Maße wie früher belastbar. Das sorgt für Bedarfe nach altersgerechten Angeboten vom Arbeitgeber. Um auf diesen Wandel einzugehen, hat sich in den Erfurter Werkstätten des CJD eine Modellarbeitsgruppe formiert. In der „Arbeitsgruppe für älterwerdende und ruhebedürftige Mitarbeiter“ kommen Beschäftigte zusammen, die das tägliche Arbeitspensum nicht mehr so leicht wie früher absolvieren, aber dennoch den Willen besitzen, bis zum Renteneintritt zu arbeiten.

Von 7:30 Uhr bis zur Mittagspause gehen alle Mitarbeiter ihrer üblichen beruflichen Tätigkeit nach – beispielsweise Verbandstaschen packen, verschiedene Objekte mit Klebepunkten verschließen oder Kleinteile verschiedenster Materialien für Kunden verpacken. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im dem Arbeitsraum angegliederten Aufenthaltsraum – und fernab vom geschäftigen Mittagstrubel in der Kantine – wird bis 13 Uhr gearbeitet und anschließend der Arbeitsplatz aufgeräumt. Die Zeit ab 13 Uhr bis zum Feierabend gehört den Begleitenden Maßnahmen. Dann wird es kreativ oder sportlich – die Angebote sind vielfältig. Auf dem Programm stehen Spaziergänge, Bewegungstrainings, Gesellschaftsspiele, Bastelarbeiten und vieles mehr. Ziel ist es, die Lebensqualität zu erhöhen sowie die Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten. Leander Croll, der zusammen mit Ergotherapeutin Katrin Sander die Arbeitsgruppe leitet, rief das Dartspielen ins Leben, das schon mehrere Hobbyturnierspieler hervor brachte.

24 Mitarbeiter umfasst die Arbeitsgruppe „Montage 1“ der Erfurter Werkstätten. Der Großteil von ihnen ist zwischen 45 und 60 Jahren, der Älteste ein Jahr vor Renteneintritt. Sie alle kommen aus anderen Arbeitsgruppen und wurden auf eigenen Wunsch oder nach einem persönlichen Gespräch eingeladen, in diese Gruppe zu wechseln. Derzeit läuft die Arbeitsgruppe noch in einer Art „Testphase“, in der Abläufe erprobt und Erfahrungen gesammelt werden sollen, wie das Modell bei den Mitarbeitern ankommt. Bisher ist die Resonanz überwiegend positiv. Vor allem in den Freitagsgesprächen, bei denen jeder Mitarbeiter Änderungswünsche vorbringen kann, zeigt sich die Zufriedenheit der Mitarbeiter. „Wir sind uns bewusst, dass der Bedarf an solchen Gruppen da ist. Das wird sich auch zukünftig nicht ändern“, sagt Lisa Günther vom Begleitenden Dienst der Erfurter Werkstätten des CJD. Um den Bedürfnissen nachzukommen soll dies auf Dauer nicht die einzige Arbeitsgruppe dieser Art bleiben.

Damit schafft das CJD Erfurt ein Pionierprojekt für die Arbeitswelt und zeigt, wie auf ältere Mitarbeiter mit ungebremstem Arbeitswillen eingegangen werden kann. Und wie langfristig Zufriedenheit gesichert wird, damit Beruf Berufung bleibt.