Das CJD - Die Chancengeber CJD Erfurt


Zwischen Schulbank drücken und Pfützen springen

Passende Job-Talente zu entdecken und sie langfristig zu binden, schreibt sich das CJD in Thüringen ziemlich weit oben auf die Fahne. Denn der Erfolg bei dieser Suche entscheidet maßgeblich über den Erfolg unserer Arbeit. Auf Anhieb fallen uns sechs Gründe ein, weshalb sich betriebliche Ausbildung auf jeden Fall lohnt:

  1. Wir sichern dadurch neue Fachkräfte.
  2. Wir steigern unsere Wettbewerbsfähigkeit.
  3. Wir erhalten unsere Innovationsfähigkeit.
  4. Wir steigern unsere Produktivität, Loyalität sowie Arbeitsmarktattraktivität.
  5. Wir können von Auszubildenden nie genug bekommen.
  6. Wir wollen vielen jungen Menschen Lust machen auf unser Unternehmen.

Deshalb liegt es nahe, dass wir uns mal umgehört und genauer nachgefragt haben, wie das so ist als Azubi im CJD. Maria Damerow hat 2014 im CJD Erfurt im Haus Lebensfreude (unserem Wohnbereich für Kinder und Jugendliche) ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und sich daraufhin entschlossen, ihren Ausbildungsweg im CJD in Thüringen zu gehen. In diesem Sommer hat sie ihre Prüfungen geschafft und das Abschlusszeugnis in der Tasche. Mit dem Herz auf der Zunge ist sie ganz klar eine perfekte Interviewpartnerin für uns, wenn es darum geht, keine schöngefärbten Märchen rund um das Thema CJD-Ausbildung zu erzählen.

Frau Damerow, Sie haben sich für die Ausbildung zur Erzieherin, mit dem Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung, entschieden. Was macht aus Ihrer Sicht diesen Beruf so interessant?

Für mich wäre ein Bürojob gar nichts. Ich könnte nicht den ganzen Tag telefonieren und vor dem PC sitzen. Mir war eigentlich schon immer klar, dass ich mit Menschen arbeiten möchte. In welche Richtung es gehen sollte, wusste ich allerdings nicht. Während meines FSJ im Haus Lebensfreude wusste ich dann, dass ich die Ausbildung im CJD durchlaufen möchte. Es macht Spaß, dass nicht jeder Tag wie der andere ist. Wenn ich morgens auf die Arbeit komme, kann der Tag ganz anders verlaufen, als ich es zunächst erwartet habe. Ich sehe in jedem Kind eine kleine eigene Persönlichkeit. Es ist die Aufgabe eines Erziehers, die Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Dies bringt jeden Tag neue spannende Aufgaben und Herausforderungen mit sich.

Was hat Sie damals besonders daran gereizt, eine Ausbildung im CJD in Thüringen zu beginnen?


Wer eine Erzieherausbildung beginnen will, weiß, dass diese eigentlich so gut wie immer schulisch sind. Durch mein FSJ bin ich auf die Ausbildung des CJD zur staatlich anerkannten Erzieherin in die Fachrichtung Jugend- und Heimerziehung mit den Zusatzqualifikationen Heilpädagogik und Frühkindliche Bildung beim CJD aufmerksam geworden. Diese Ausbildung ist eine duale Ausbildung und enthält viel Praxis, welche meines Erachtens sehr wichtig für diesen Beruf ist. Während meines FSJ bekam ich die Möglichkeit, das CJD Erfurt kennenzulernen und konnte mir vorstellen, hier meine 3-jährige Ausbildung zu absolvieren. Ich hatte bereits im FSJ tolle Kollegen und die Arbeit hat mir Spaß gemacht.

Wie war die Ausbildung zur Erzieherin aufgeteilt? Welche praktischen Stationen haben Sie durchlaufen?

Die Ausbildung umfasst einen Zeitraum von drei Jahren. In jedem Lehrjahr gibt es zwei Schulblöcke, in denen man an der CJD Arnold-Dannenmann-Akademie, der Fachschule für Sozialwesen, präsent ist. Die Schulblöcke umfassen einen Zeitraum von 4-5 Wochen, der Abschlussblock 8 Wochen. In dieser Zeit lernt man gemeinsam mit den anderen Leuten seines Ausbildungskurses aus allen Verbünden im CJD die Theorie des Erzieherberufs kennen. Die Theorie ist allerdings kein „schnödes Bankdrücken“, wie ich es noch aus der Schulzeit und besonders dem Abi kenne. Die Dozenten legen viel Wert auf den Praxisübertrag und haben stets ein offenes Ohr für die Azubis. Es finden viele Gruppenarbeiten statt, in denen man sich intensiv Themen widmen und diese vertiefen kann.

Während der Praxisphasen wird man von seinem Praxisanleiter und der Praxisbegleitung unterstützt. Diese stehen bei Fragen zur Verfügung und helfen dabei, die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen. Der Stundenumfang eines Azubis beim CJD beträgt 40 Wochenstunden. 34 Stunden sind hierbei Arbeitszeit in der Praxisstätte und 6 Stunden pro Woche stehen für das Onlineportal zur Verfügung. Auf diesem Onlineportal werden von den Dozenten der CJD Arnold-Dannenmann-Akademie regelmäßig Materialen zur Erarbeitung während der Praxisphase gestellt. Entstehen bei der Erarbeitung dieser Aufgaben Fragen, kann man sich jederzeit an die Dozenten, die Praxisanleitung sowie die Praxisbegleitung wenden.

Mein 1. Lehrjahr absolvierte ich im Haus Lebensfreude. Für das 2. und 3. Lehrjahr habe ich in den Kindergarten „Die kleinen Europäer“ des CJD Erfurt gewechselt.

Wo unterscheidet sich Ihrer Meinung nach die Theorie von der Praxis ganz deutlich?


Im CJD findet eine unglaublich enge Verknüpfung von Theorie und Praxis statt. Durch die Aufgaben auf dem Onlineportal kann man diese direkt in der Praxis anwenden und hat nicht nur die trockene Theorie. Dadurch lernt man gerade in der Arbeit mit Menschen, dass jeder Einzelne für sich besonders und einzigartig ist. Während der Ausbildung eignet man sich ein Grundwissen an. Diese gelernten Theorien und Konzepte stehen dann in der Praxis wie eine Art methodisches Werkzeug für das Arbeiten zur Verfügung.

Beschreiben Sie mal einem Kind Ihre Aufgaben, die Sie als Azubi bei uns hatten.

Kurz nachdem ich vom Abschlussblock wieder im Kindergarten war, hat ein Vierjähriger aus meiner Gruppe meine Aufgaben seiner Mama mit den folgenden Worten beschrieben: „Weißt Du Mama, die Maria spielt mit uns, passt auf uns auf, tröstet Kinder, die sich weh getan haben. Wir basteln, malen, machen Sport und immer tolle Ausflüge zusammen. Und wenn ich kuscheln mag, nimmt sie mich auf den Schoß und ich kann mit ihr kuscheln.“ Er hat sich sehr gefreut, mich wiederzusehen und wollte ihr mit diesen Worten sagen, was wir jetzt nach der langen Zeit alles wieder zusammen erleben können.

Diese Beschreibung aus der Sicht der Kinderaugen ist sehr zutreffend, da Kinder genau dies wahrnehmen sollen. Die ganze Organisation und Vorbereitung, die hinter diesem Job steckt, bekommen die Kleinen gar nicht mit und das ist auch gut so, denn sie sind im Kindergarten, um zu spielen, Spaß zu haben und dabei spielerisch zu lernen.

Welche Eindrücke Ihrer Ausbildungszeit sind Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Ich habe tolle Menschen kennengelernt, sowohl in der Praxis (die Kollegen und natürlich auch die Kinder und Jugendlichen) als auch in der Theorie. Hier habe ich viele Freundschaften geschlossen. Die Schulblöcke waren nicht nur geprägt von theoretischem Input, sondern auch von gemeinsamer Freizeit und Erlebnissen. Man lernt als Jugend- und Heimerzieher während der Präsenszeiten an der CJD Arnold-Dannenmann-Akademie auch das Internatsleben kennen, woran man selbst wächst und am Ende auch weiß, was es bedeutet, wenn Kinder und Jugendliche in einem Internat oder einem Wohnheim leben. Besonders im 3. Lehrjahr, welches von Prüfungszeit und dem Schreiben der Facharbeit geprägt ist, habe ich viel Unterstützung durch meine Kollegen erfahren, die mir bei Fragen immer zur Seite standen und mir Raum geschafft haben, Vorbereitungen für die Prüfungen und Facharbeit in Ruhe durchführen zu können. Also wie man hört, ich habe ausschließlich positive Erinnerungen, auf die ich zurück blicken kann.

Können Sie die Ausbildungsatmosphäre im CJD kurz skizzieren?

Während meiner Ausbildung hatte ich das Glück, mit tollen Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen. Ich hatte nie das Gefühl, nur ein „Azubi“ zu sein, im Gegenteil. Ich wurde als vollwertiges Teammitglied aufgenommen und habe die Möglichkeit bekommen, mich selbstständig ausprobieren zu können. Meine Praxisanleitung, welche in jedem Lehrjahr eine andere Person war, hat mich immer unterstützt und stand mir bei offenen Fragen zur Seite. Besonders als das Schreiben der Facharbeit und die praktischen Prüfung anstanden, wurde ich mit voller Kraft unterstützt. Meine Praxisanleitung hat mir Tipps und Anregungen gegeben, war auch außerhalb ihrer Arbeitszeit für mich erreichbar. Ich wünsche jedem Azubi das Glück, so tolle Kollegen zu haben.

Was sind Ihrer Meinung nach die drei entscheidenden Dinge, die eine Ausbildung im CJD von anderen Ausbildungsunternehmen unterscheiden?

Hierfür fallen mir ganz kurz und knapp drei Schlagworte ein: praxisnah, wertschätzend und Erfahrungen. Gelernte schulische Inhalte können direkt angewendet und erprobt werden, wodurch man einen großen Schatz an Erfahrungen am Ende der Ausbildung gegenüber einer schulischen Ausbildung vorweisen kann. Und ich durfte während meiner Ausbildungszeit die Erfahrung machen, dass man auch als Azubi als vollwertiges Teammitglied auf- und angenommen werden kann, dem mit Wertschätzung gegenübergetreten wird.

Was würden Sie einem ganz frischen Azubi mit auf den Weg geben?

Das erste was mir einfällt: Genieße die Zeit in vollen Zügen, denn die drei Jahre vergehen wie im Flug! Ich bereue es nicht, dass ich den Weg vom FSJ und der Ausbildung im CJD gegangen bin. Im Gegenteil. Man sammelt unheimlich viele Eindrücke und Erfahrungen, gerade wenn man in verschiedene Bereiche hineinschauen kann. Daher würde ich jedem Azubi raten, sein Arbeitsfeld innerhalb der drei Jahre zu wechseln. Es ist auch wichtig, dass man sich als Azubi traut, Fragen zu stellen und sich aktiv in die Arbeit einzubringen, denn nur so lernt man.

Haben Sie Lust bekommen, weiter hier zu arbeiten oder schwebt Ihnen etwas anderes vor?

Ich freue mich, dass ich mit Ende meines Ausbildungsvertrages im CJD Erfurt übernommen wurde. Ein wenig Glück war auch dabei, dass es im Kindergarten gerade eine freie Stelle gab, die ich seit dem 1. September 2018 mit all meinem Engagement ausfüllen darf.

Haben Sie zum Abschluss noch einen (Geheim-)Tipp für angehende Bewerber, um das CJD von sich zu überzeugen?

Einfach man selbst sein und Spaß an der Arbeit haben. Gerade im täglichen Umgang mit Menschen ist es wichtig, dass man seinen Job gern macht und dies auch rüberbringen kann und sich nicht verstellt. Das CJD Erfurt hatte tolle Schlagwörter, die das ganze verdeutlichen: „Talententdecker“, „Kompetenzenstärker“, „Ressourcenfinder“ und „Neugierwecker“.

14.09.2018