Das CJD - Die Chancengeber CJD Erfurt

Von Therapiebohnen, buntem Rasierschaum und Visionen

25.06.2020 CJD Erfurt « zur Übersicht

Es ist Donnerstag früh, die vierjährige Ruby (*) zieht sich einen Schürze an und fängt an, Farbe in Rasierschaum zu kneten. Danach verteilt sie mit flinken Händen den farbigen Schaum auf einen riesigen Spiegel und zieht verschiedene Formen. Es wird gelacht, gematscht, gespielt und gelernt - eine typische Ergotherapiestunde in der Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) vom CJD Erfurt.

Vor neun Jahren hat die IFF ihre Türen für Kinder zwischen 0 Jahren und Schuleintritt geöffnet. Damals waren die Mitarbeitenden noch auf Honorarbasis beschäftigt und die Kinderzahl überschaubar. Seitdem hat sich jede Menge verändert. Es arbeiten 17 fest angestellte Therapeut*innen und Pädagog*innen Hand in Hand in einem interdisziplinären Team.

Die Experten der IFF kommen aus den Bereichen
•    Heil-, Sonder- und Sozialpädagogik,
•    Motologie,
•    Logopädie,
•    Ergotherapie und Physiotherapie.

Auch die Räumlichkeiten des Teams rund um Daniel Habenicht, dem Leiter der IFF, haben sich vergrößert. Seit 1. Juni 2018 können alle Kinder auf zwei großzügigen Etagen in der Feldstraße die unterschiedlichen Therapie-und Fördermöglichkeiten spielerisch entdecken. Es gibt jede Menge Bewegungsräume mit Seilen, Schaukeln, Schwebenetzen und Kletterparcours. Für die Kleinsten gibt es einen Babyraum, der zum Krabbeln und Erkunden bestens ausgestattet ist. In den Räumen der Logopädie laden unterschiedliche Materialien zur Zungenakrobatik und Wortspielerein ein. Eine riesige Kiste mit Therapiebohnen zum Fühlen und Hände drin vergraben, Rollbretter, Schleichtiere, Naturmaterialien und ein riesiges Bällebad überzeugen selbst den kleinsten Skeptiker – hier kann man Spaß haben und genau deshalb jede Menge lernen.

„Nicht nur das Team und die Räumlichkeiten haben sich erweitert, sondern auch das Wissen der Mitarbeitenden. In den vergangenen Jahren hat sich die IFF neben den bereits bewährten Therapie- und Förderangeboten auf Sensorische Integration, Reflexintegration und Neurofunktionstherapie spezialisiert“, erklärt IFF-Leiter Daniel Habenicht.

Besonders glücklich ist das CJD-Team über den enormen Zuwachs an Kindern. In diesem Monat begleitet es insgesamt 100 Kinder, die spielend über sich hinaus wachsen können. Und da man sich bekanntlich nicht auf seinen Erfolgen ausruhen soll, rauchen auch weiterhin die Köpfe in der IFF für viele neue Ideen.

So steht auf der Agenda die Erweiterung des Konzeptes für Kinder unter drei Jahren, ganz nach dem Motto: „Von Anfang an Hand in Hand“. Weiterhin sollen gemeinsam mit Kindern und Eltern Projekte zur gesunden Lebensführung, Kinderyoga, Psychomotorikgruppen, PEKiP-Kurse und vieles mehr durchgeführt werden.

Auch die Digitalisierung unserer Gesellschaft wird große Beachtung erfahren. So wird die Interdisziplinäre Frühförderstelle zukünftig Schritt für Schritt mit Hilfe von Projektmitteln digitalisiert. Es ist wichtig, dass die Kinder für ihre Rolle als wirksame Akteure in dem Prozess der Digitalisierung sensibilisiert und geschult werden. Die Nutzung der Tablets soll gezielt in einzelnen Fördereinheiten stattfinden und auch die Eltern erreichen. Sprachbarrieren sollen durch digitale Unterstützer überbrückt werden. Das Team will somit eine verantwortungsvolle Mediensozialisation und eine digitale Teilhabe in frühen Jahren ermöglichen.

In der Corona-Krise stand das Team den Eltern telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. Den Kindern wurde in analoger Form Fördermaterial mit Anleitungen zur Umsetzung für die Eltern übermittelt. Des Weiteren wurde Dank der Unterstützung des CJD Nord eine E-Learning-Plattform errichtet und mit spannenden Videos und Informationsmaterial für die gesamte Familie bestückt.

Die vergangenen Wochen wurden ebenfalls genutzt, um ein IFF-Maskottchen zu entwickeln, das Kinder durch die Therapien und Fördereinheiten begleiten wird. Es bleibt also spannend, was das Team der Interdisziplinären Frühförderstelle in nächster Zeit noch so auf die Beine stellt, um Kinder wie Ruby optimal in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

(*Name von der Redaktion geändert)

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Feldstraße 35
99086 Erfurt
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