Das CJD - Die Chancengeber CJD Erfurt

Happy Birthday AWG Veilchenstraße

02.12.2015 CJD Erfurt « zur Übersicht


Heiko Schneider arbeitet in den Erfurter Werkstätten des CJD als Montagemitarbeiter. Wenn er nicht gerade Adventskalender zusammenbaut oder sich mit seinem Hobby, dem Computer, beschäftigt, wohnt er mit 15 anderen in einer der zahlreichen Außenwohngruppen des CJD Erfurt – in der Veilchenstraße. Jetzt ist sein Umzug 1 Jahr her und  wir wollten wissen, was sich in dieser Zeit so getan hat.


Herr Schneider, seit einem Jahr leben Sie in der Wohngruppe in der Veilchenstraße. Ihre Entscheidung umzuziehen – flop oder top?

Absolut top. Zu Anfang war vieles neu und ungewohnt, aber mit der Zeit haben meine Mitbewohner und ich uns gut eingelebt. Ich bin glücklich eine eigene Wohnung mit Freunden zu haben. Besonders gefällt mir, dass ich hier mein eigener Herr bin und mir niemand in mein Leben reinredet.


Aber Sie erhalten Unterstützung, wenn Sie sie benötigen?

Einige meiner Mitbewohner brauchen schon Unterstützung, aber die meisten schaffen es gut, sich selbst zu versorgen. Trotzdem ist es schön, dass wir mit Problemen und Fragen zu den Mitarbeitern gehen können. Wirkliche Hilfe brauchen viele Bewohner bei Arztbesuchen oder bei Terminen auf Ämtern. Auf den Ämtern gibt es ja leider keine Leichte Sprache und einiges ist verwirrend. Da ist es schön, wenn ich jemanden habe, den ich fragen kann, wie ein Brief gemeint ist oder wo genau ich hin muss – dann komme ich mit dem Rest auch alleine klar.


Ein häufiges WG-Streitthema ist der Putzplan. Wie funktioniert das bei Ihnen?

Wir haben einen ganz normalen Putzplan, wo jeder Mal an der Reihe ist. Das klappt ohne Probleme.


Aber die Wohngruppe ist nicht nur ein Wohnangebot. Es gibt auch ein umfangreiches Freizeitprogramm in Form von Begleitung. Wie sieht das genau aus?

Zu Festen machen wir meistens etwas gemeinsam. Weihnachten, Silvester oder auch den Männer- und Frauentag. Dann feiern wir. Zum Männertag haben wir zum Beispiel einen Ausflug in den Steigerwald gemacht und waren dann essen. Manche aus der AWG gehen abends gemeinsam aus: zum Bowling, ins Theater oder einfach mal nett essen.

Viele meiner Mitbewohner nehmen auch an Kursen oder Vorträgen teil – entweder hier oder in der Stadt. Aber alles läuft unter dem Motto: Alles kann, nichts muss. Das finde ich besonders schön. Wenn ich keine Lust habe, dann kann ich tun und lassen was ich möchte, ohne dass mich jemand nervt.

Am 1. Dezember wurde nun gefeiert und Familienangehörige, alte Bekannte, Freunde und Mitarbeiter aus dem gesamten CJD Erfurt kamen in die Veilchenstraße. Es wurde viel geredet und in Erinnerungen geschwelgt – insgesamt ein schöner erster Geburtstag, auf den sicherlich noch viele folgen werden.

                                   „Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen.“

                                                                                                                              Paul Hörbiger

Wie in den vergangenen Monaten wird sich die AWG auch in Zukunft diese Worte zu Herzen nehmen und wir wünschen viel Spaß dabei.